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Goldfieber im Tessin

Ein Brief von Kangarooflat nach Locarno

Briefe erzählen Geschichten – manchmal auch dann, wenn der Inhalt des Briefes nicht bekannt ist.

Eine dieser Geschichten wollen wir heute erzählen. Sie begann am 26. November 1867 in Kangarooflat (Australien). An diesem Tag, einem Dienstag, wurde ein Brief an Constantino Mateo in Locarno im dortigen Postbüro aufgegeben. Der Absender ist unbekannt, doch bei genauer Recherche findet man heraus, dass Kangarooflat in der Zeit zwischen 1855 und 1870 für seinen Goldrausch bekannt war und mit zu den wichtigsten Goldgräberstädten der Welt zählte.

Deshalb ist anzunehmen, dass sich in dieser Zeit auch jemand aus Locarno aufmachte, um im Fernen Kangarooflat nach einer besseren Zukunft zu suchen. In Anbetracht des teuren Auslandsportos auf dem vorliegenden Brief, kann man annehmen, dass die besagte Person zumindest ein wenig Wohlstand erarbeitet hat, denn einfache Leute konnten sich das Porto von 10 Pence (damals mehr als 1.- Franken) nicht leisten.

Dieser Brief wurde demnach vermutlich von einem Goldsucher aus dem Tessin geschrieben, der den Brief in seine Heimat schickte, um möglicherweise von seinem neuen Leben in der Ferne zu berichten. Dies ist zwar nur Spekulation, aber dennoch versprüht dieser Brief eine historische Aura, die nicht nur für Philatelisten sichtbar ist.

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